EuPIA-Leitlinie

Im November 2005 veröffentlichte der Verband der europäischen Druckfarbenhersteller (EuPIA) eine Leitlinie für Druckfarben für Lebensmittelverpackungen:

EuPIA-Leitlinie

 

 

 

Die wichtigsten Aussagen der Leitlinie sind:

  • Auswahl der Rohstoffe gemäß vorgegebenem Auswahlschema
  • Farbproduktion erfolgt nach GMP
  • Die bedruckten bzw. lackierten Oberflächen dürfen nicht in direkten Kontakt mit dem Lebensmittel kommen
  • Ein sichtbarer Abklatsch (visible set-off) muss vermieden werden

Für die Auswahl der Rohstoffe nach dem in der Leitlinie festgelegten Auswahlschema gelten folgende Kriterien:

  • Farbmittel (Pigmente) müssen den in der Empfehlung des Europarates AP(89)1 festgelegten Anforderungen entsprechen
  • Nicht verwendet werden folgende Rohstoffe:
    – cmr-Stoffe (krebserzeugend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend)
    – als »giftig« bzw. »sehr giftig« eingestufte Stoffe
    – Rohstoffe, die auf den toxischen Metallen Antimon, Arsen, Cadmium, Chrom, Blei, Quecksilber, Selen basieren
    – Stoffe, deren Einsatz durch die EU-Richtlinie 76/769/EWG beschränkt ist
  • In der fertigen Verpackung müssen das Globalmigrationslimit und spezifische Migrationsgrenzwerte (SML) der einzelnen Stoffe eingehalten werden.
  • Für die Migration von Stoffen mit einem Molekulargewicht < 1000 Da gelten folgende abgestuften Grenzwerte:
    < 10 ppb*) bei unzureichenden toxikologischen Daten
    < 50 ppb bei Vorliegen von 3 negativen Mutagenitätsprüfungen
    > 50 ppb bis ggf. zum SML bei entsprechender Bewertung durch EFSA, BfR, FDA

    *) Die angegeben Migrationsgrenzwerte unterlagen folgenden zeitlichen Fristen: 50 ppb zu erreichen bis Dezember 2010, 10 ppb zu erreichen bis 2015.


Umsetzung der EuPIA-Leitlinie für Bogenoffsetfarben in der hubergroup:

Für die meisten in handelsüblichen Bogenoffsetfarben verwendeten migrierfähigen Lösemittel sind nur unzureichende toxikologische Daten verfügbar. Alle in CORONA-MGA-Bogenoffsetfarben, ACRYLAC-MGA-Dispersionslacken und MGA–Feuchtmittelzusätzen enthaltenen migrierfähigen Rohstoffe sind in den EU-Mitgliedsstaaten für den Direktkontakt mit Lebensmitteln zugelassen. Alle Produkte werden nach den GMP-Vorgaben in eigenen Produktionsstätten gefertigt, um eine Kontamination mit unerwünschten Stoffen zu vermeiden.